Achtsamkeit · Weltrettung

Die Scham zu fliegen:
Warum ich am Boden bleibe

Fliegen: So viele Ziele, nur einen Katzensprung und einen Jetlag entfernt.
So viele Ziele, nur einen Katzensprung und einen Jetlag entfernt.
Bild von Jan Vašek, Pixabay

Seit ich weiß, dass 8 % der CO²-Emissionen auf das Konto von Reisen und Tourismus gehen und rund ein Viertel davon , also 2 %, auf das Fliegen entfällt [Quelle: Krautreporter],) habe ich den großen Metallvögeln abgeschworen.

Der Menschheit und dem Planeten zuliebe werde ich also nicht mehr fliegen. Es sei denn, es ist lebenswichtig und unvermeidbar. Und ich kann mir nur sehr wenige Situationen vorstellen, auf die das zutrifft. Auf den Wochenendtrip nach Wien jedenfalls nicht.

Eine ehrliche CO²-Bilanz des Fliegens

Ich war neugierig: Wie viele Flüge waren es überhaupt bis jetzt und was wären meine Alternativen gewesen? Also habe ich mich hingesetzt und eine große Tabelle erstellt.

Das Ergebnis: Ich bin in meinem Leben 16-mal geflogen, das heißt achtmal hin- und achtmal zurück. Manche dieser Reisen wären mir anders kaum möglich gewesen, andere hätte ich leicht mit dem Zug machen können. Dann habe ich ausgerechnet, wie groß der CO²-Abdruck meiner Flüge ist und wie der der Alternativrouten aussieht. Mehr darüber in meinem Film.

In meinem letzten Urlaub ging’s übrigens in die Camargue – mit dem Zug.

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Warum ich am Boden bleibe“

Gartenliebe · Weltrettung

Urban Gardening, Teil 1:
So viel Grün kann Stadt

Tokio-Yokohama ist mit ihren 38 Mio. Einwohnern die größte Metropolregion der Erde (Stand 2015).
Bild von Jason Goh, Pixabay

Die Weltbevölkerung besteht zu 55 % aus Stadtbewohnern, das sind rund 4,2 Milliarden. Die Vereinten Nationen schätzen, dass ihr Anteil 2050 ganze 68 % Prozent ausmachen wird.

Ich habe Schwierigkeiten, mir diese Masse, diese Dichte vorzustellen. Dabei leben in Deutschland schon jetzt rund drei Viertel aller Menschen in Städten und stadtnahen Räumen. Und auch hier ist die Tendenz steigend. [Quellen: United Nations, Stand: Mai 2018, Deutschlandfunk]

Immer mehr von uns wachsen also in einer Stadt auf oder ziehen irgendwann dorthin. Natur heißt für uns Stadtkinder: der Straßenbaum mit dem Pilzschaden da draußen vorm Fenster. Viele von uns haben vergessen, wie Waldboden riecht oder eine Wildwiese klingt.

Doch wir schützen nur, was wir kennen und lieben. Die Natur auch in der Stadt greifbar zu machen, ist deshalb ein wichtiger Schritt auf unserem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Mit meiner Serie zu Urban Gardening will ich dir zeigen, wie wir mehr Garten in die Stadt bringen.

Ein Garten ist ein Garten ist ein Garten

Aber was ist denn ein eigentlich ein Garten? Diese Frage habe ich zwanzig Freunden aus 11 Nationen gestellt. Ihre Antwort war bunt: Ein Garten ist ein Ort, wo wir mit Oma Kaffee trinken und Erdbeerkuchen essen, die Hunde im Gras zwischen Blumen und Gemüsebeeten spielen und wir uns am Pool die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Weiterlesen „Urban Gardening, Teil 1:
So viel Grün kann Stadt“

Weltrettung

Warum wir endlich die Welt retten müssen

Kirschblüten
Es grünt so rosig schön, wenn Kirschblüten blühen.
Foto von Meande

Die Kirschbäume blühen in meiner Stadt. Erste zarte Knospen grüßen mich schüchtern von Astspitzen. Endlich naht mit großen Schritten der Frühling und es wird Zeit für meinen Frühjahrsschrei im Stil von Ronja Räubertochter (ich empfehle Birks Beispiel zu folgen, falls du dich gerade in der Nähe befindest).

Ich liebe diese Jahreszeit, die voller Anfänge und Neugierde steckt, voller Lebenswillen und Wagemut. Aber ich habe auch verdammt große Angst. Angst, dass wir Menschen nicht mehr viele Frühlinge – mit oder ohne Kirschblüten – erleben werden.

Mehr und mehr Insekten verschwinden, längst nicht nur die Bienen. Und nach ihnen? Verschwinden die Vögel. Stell dir das vor, ein Sommer ohne Schwalben! Und dann wäre da ja noch der Klimawandel.

Vor Kurzem habe ich Greta kennengelernt, also, von ihr gelesen. Greta ist 16, kommt aus Schweden und hat Asperger. Das Wichtigste aber ist: Sie ist Klimaaktivistin, Mahnerin, Schulstreikerin. Und sie hat recht mit allem, was sie sagt. Sie ist Ende Januar 32 Stunden mit dem Zug nach Davos gefahren, zum Weltwirtschaftsforum, und hat den Mächtigen der Welt die Leviten gelesen: Weiterlesen „Warum wir endlich die Welt retten müssen“

Weltrettung

Lohnt sich das? Das bedingungslose Grundeinkommen

Ein Leben für die Arbeit
Viele Rädchen, ein Getriebe
Viele Rädchen, ein Getriebe.
Bild von geralt, Pixabay.

Das Verhältnis von Arbeit und Mensch hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Herrschte in der Nachkriegszeit noch quasi Voll- und vor allem Dauerbeschäftigung, so haben wir heute eine andere Situation. Die Arbeitslosenquote in Deutschland sinkt zwar seit Jahren (sie lag im Juni 2017 bei 3,8 %; der Höchststand nach der Wiedervereinigung waren 11,2 % im Juni 2005), doch die vorhandenen Arbeitsverhältnisse sind oft befristet, nicht selten prekär. Der Lohn ist keine zuverlässige Einkommensquelle mehr. Oft muss er durch staatliche Leistungen aufgestockt werden. Was umso frustrierender ist, wenn wir bedenken, wie viel wir arbeiten. Wir verbringen einen Großteil unseres Lebens damit, einer Lohnarbeit nachzugehen: 40 Stunden die Woche, 175 Stunden im Monat, 2100 Stunden im Jahr, abzüglich Urlaub, versteht sich.

Ich bin mein Job – oder?

Dazu kommt, dass ich mir die Frage stelle: Wie weit wollen wir uns durch unsere Arbeit definieren lassen? Es ist eine der ersten Fragen nach dem Kennenlernen: „Und, was machst du so?“ Nicht: „Wie war deine Kindheit? Welche Musik magst du? Was fasziniert dich am Leben?“ Wir haben Schubladen für alles – und jeden Job. Es ist schwer, daran vorbeizusehen. Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Job – das sind die ersten Dinge, die wir einer Person zuordnen und die ihr Wesen für uns fortan bestimmen. Unsere Arbeit stiftet also Identität.

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